Der Konsens - am Runden Tisch für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland

Der Runde Tisch für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland (kurz: „Der Runde Tisch“) vereinigt Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft in dem gemeinsamen Anliegen, unsere offene Gesellschaft zu stärken und gegen die totalitäre Ideologie von Neonazis zu schützen. Der Runde Tisch versucht einerseits, die Bevölkerung zu stetigem und massenhaften demonstrativen Protest gegen neonazistische Aufmärsche zu mobilisieren – mit dem Ziel, diese damit zu verhindern. Andererseits bemüht sich der Runde Tisch darum, die Menschen durch Präventionsarbeit gegen neonazistisches Gedankengut zu immunisieren; zudem ist der Runde Tisch bestrebt, die Bürger zu einem couragierten Eintreten für Demokratie und Toleranz zu befähigen.

Damit diese Bemühungen erfolgreich sein können, ist entschiedenes und vor allem gemeinsames Handeln und Auftreten aller demokratischen Kräfte notwendig. Konkrete Ziele und Formen des gemeinsamen Handelns werden am Runden Tisch im Konsens vereinbart.

Die Vertreterinnen und Vertreter am Runden Tisch erkennen an, dass alle Akteure in dem gemeinsamen Anliegen von unterschiedlichen weltanschaulichen, moralischen und ethischen Grundsätzen getragen sind und – sofern sie sich politisch im engeren Sinne engagieren – unterschiedliche Ziele verfolgen. Die Vertreterinnen und Vertreter bekennen sich zum gegenseitigen Respekt – auch und gerade in Bezug auf die Unterschiede.

Zu dieser Unterschiedlichkeit gehören auch Präferenzen für verschiedene Methoden des Widerstandes gegen neonazistische Ideologie, Gewalt und Terror. Das Spektrum der Methoden reicht von Kundgebungen zu Demonstrationszügen, von Mahnwachen zu Menschenketten, von Kunstaktionen zu Straßentheater, von Volkfesten bis hin zu friedlichen Menschenblockaden.

Der Runde Tisch wird nur zu Aktionen aufrufen, über deren Methoden ein Konsens erzielt worden ist. Friedliche Blockaden gehören derzeit nicht dazu. Vom Runden Tisch verantwortete Aktionen richten sich nicht gegen die Polizei oder weitere Ordnungskräfte; von seinen Aktionen geht keine Eskalation aus.

Zugleich respektieren die Vertreterinnen und Vertreter am Runden Tisch die Vielfalt von Formen des friedlichen Widerstandes, die außerhalb der eigenen Aktionen zur Ausführung kommen – auch wenn nicht alle Methoden von allen Mitgliedern mitgetragen oder für ausreichend angesehen werden.

Der Gleichschaltungsideologie der Neonazis setzt der Runde Tisch ein Ethos der Gewaltlosigkeit und eine Philosophie der Achtung unserer Unterschiede entgegen. Der Runde Tisch steht nicht für eine reine Lehre oder eine reine Methode des Widerstandes. Die Vertreterinnen und Vertreter am Runden Tisch stehen dafür, sich gegenseitig in ihrem gemeinsamen Anliegen zu unterstützen, soweit der Einzelne sie ethisch und moralisch tragen kann – ohne die je eigene Sicht den anderen Partnern verbindlich zu machen. Ebenso verzichten die Vertreterinnen und Vertreter darauf, ihre Partner am Runden Tisch für eigene Ziele zu vereinnahmen oder sich im Rahmen von Aktionen des Runden Tisches auf Kosten anderer Vertreter zu profilieren.

Die Prinzipien der Gewaltlosigkeit, der Rechtsstaatlichkeit, der Achtung der Würde des Menschen, und der Toleranz gegenüber anderen Sichtweisen sind für die Partnerschaft am Runden Tisch grundlegend.

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